Massive Abflüsse bei Ledger-Hardware-Wallets und Folgen
On-chain-Analysen sprechen von koordinierten Abflüssen aus Ledger-Hardware-Wallets über Ethereum, TRON und Bitcoin: kumulierte Verluste wurden mit über 86 Millionen US-Dollar beziffert, manche Schätzungen sehen einen Wert nahe 100 Millionen. Der Analyst Specter verfolgte Diebstahladressen, die Zuflüsse von Hunderten Opfer-Wallets sammelten, und nannte eine Bitcoin-Adresse (bc1qjqgwejnp8dc0x2938x9n9954hj97t82unx49dl), in die offenbar rund 211 BTC eingingen und die zum Zeitpunkt der Meldung unbewegt blieb.
Ledger hat sich öffentlich nicht geäußert. In der Community werden als mögliche Ursachen Geräte- oder Firmware-Schwachstellen, kompromittierte Seed-Phrasen und Phishing, das Nutzer zu schädlichen Signaturen verleitet, diskutiert. The Defiant empfahl Käufern der letzten 90 Tage, die Einrichtung aufzuschieben oder Vermögenswerte auf ein neues Ledger mit neuer Seed zu transferieren. Frühere Vorfälle—eine gefälschte Ledger Live-App (ca. 9,5 Mio. US-Dollar Schaden), eine Zilliqa-Ledger-App-Schwachstelle und ein Coldcard-Seed-Problem mit rund 88 Mio. US-Dollar Verlust—geben Kontext, während der genaue Angriffsvektor noch ungeklärt ist.
Wiederverkäufer-Verkäufe gestoppt
Die neuen Meldungen konkretisieren, dass sich die Untersuchung auf einen bestimmten Wiederverkäufer in Südostasien richtet: Ledger nannte den Händler beim Namen und forderte ihn auf, bis auf Weiteres alle Verkäufe und Lieferungen auszusetzen. In den Berichten wird der Shop als CryptoBilis bezeichnet; in mindestens einer Quelle taucht die alternative Schreibweise „CryptoBillis“ auf. Angaben zufolge wurde das Unternehmen 2020 in Malaysia gegründet und ist außerdem in Indonesien und auf den Philippinen aktiv, womit dieser Vertriebskanal in den Fokus rückte. On‑chain‑Analysten, darunter Specter und tanuki42, verfolgen weiterhin mehr als 86 Millionen US‑Dollar, die über Ethereum, TRON und Bitcoin abgezogen wurden, und verweisen auf insgesamt etwa 211 BTC in den von ihnen identifizierten Bitcoin‑Adressen, die zum angegebenen Zeitpunkt nicht bewegt worden waren. Ledger selbst hat die Schadenssumme oder eine Manipulation von Geräten nicht bestätigt; stattdessen rät das Unternehmen Käufern, die innerhalb der letzten 90 Tage bei dem genannten Wiederverkäufer gekauft haben, die Geräte nicht zu initialisieren bzw. bereits genutzte Geräte auf eine neue Ledger‑Einheit mit frischem Seed zu transferieren. Die neuen Meldungen bringen damit die formale Aussetzung des Verkaufs, die namentliche Nennung des Händlers und die regionale Einordnung in die bestehende Darstellung, während die Untersuchung und eine offizielle Ursachenerklärung weiter ausstehen.