← Alle Storys
🏛️

Griechenlands erster Krypto-Steuerrahmen: Entwurf und Folgen

Griechenland hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der einen eigenen steuerlichen Rahmen für digitale Vermögenswerte schaffen würde: Ein pauschaler 10%-Steuersatz auf Kapitalgewinne aus Krypto-Investitionen ist vorgesehen, wobei jährliche Gewinne bis zu 500 € steuerfrei blieben. Das Finanzministerium veröffentlichte den Entwurf zur öffentlichen Konsultation am 7. und 8. Oktober; der Vorschlag soll voraussichtlich im November dem Parlament vorgelegt werden. Zuvor war ein Satz von 15% in Erwägung gezogen worden, der jetzige Entwurf senkt diesen auf 10% und gewährt Einzelpersonen eine 12-monatige Frist nach Inkrafttreten, um frühere Gewinne straffrei zu erklären.

Der Entwurf grenzt verschiedene Einkommensarten ab: Verkäufe von Krypto würden als zu besteuernde Kapitalgewinne mit 10% belegt, während Erträge aus Staking, Lending und Liquiditätsbereitstellung als Zinsen klassifiziert und ebenfalls mit 10% besteuert würden. Eine zentrale Bestimmung ist, dass Krypto-zu-Krypto-Swaps kein steuerpflichtiges Ereignis darstellen sollen; Umschichtungen zwischen Token würden demnach nicht unmittelbar eine Steuerpflicht auslösen, die Steuer greift erst beim Verkauf. Außerdem wären Krypto-Verkäufe von einer digitalen Transaktionsgebühr ausgenommen. Diese Regeln sollen aktive Trader entlasten und gleichzeitig für Nutzer von DeFi-Angeboten mehr Klarheit schaffen.

Griechische Behörden haben bisher keine Schätzung der erwarteten Mindesteinnahmen veröffentlicht; als Grund wird genannt, dass viele in Griechenland ansässige Anleger über ausländische Handelsplattformen agieren, was die Erfassung erschwert. Der Vorschlag steht im Zusammenhang mit EU-Transparenzvorgaben wie DAC8, die den Informationsaustausch stärken, während die Mitgliedstaaten weiterhin eigene Steuerregelungen festlegen. Der Entwurf ist noch nicht beschlossen und könnte sich in der Konsultationsphase ändern; offene Punkte bleiben etwa die Behandlung von Verlusten, die Bewertung von Transaktionen und die Frage, wie Transfers zwischen Wallets steuerlich zu behandeln wären.